Venustransite sind nicht zufällig
über die Jahrhunderte verteilt
In der Tat treten die Venustransite in regelmässigen Abständen
auf.
Zur Zeit lautet die Regel der zeitlichen Abstände zwischen Transits der Venus (ab dem 1. Transit im absteigenden Knoten):
8, 105.5, 8, 121.5, 8, 105.5, 8, 121.5, 8,...
In der Tat treten die Venustransite in regelmässigen Abständen
auf. Dies erklärt sich zunächst dadurch, dass die synodische
Umlaufzeit der Venus (d.h. die mittlere Zeit, die zwischen zwei unteren
Konjunktionen mit der Sonne verstreicht) und der Umlaufzeit der Erde um
die Sonne ziemlich genau 5/8 beträgt (genauer 5.0042 / 8).
Somit wiederholt
sich die relative Stellung Venus – Sonne alle 8 Jahre auf ca. 2.3 Tage
genau. Wenn beispielsweise am 20. Mai 0 Uhr eine untere Konjunktion stattfand,
wird 8 Jahre später am 17. Mai am Nachmittag wiederum eine solche stattfinden.
Dies hat nur den Charakter einer Faustregel. Sie wird durch die elliptische
Bahnform und die Bahnstörungen durch andere Planeten verwässert.
Für einen Transit, der zentral über die Sonne geht, müsste
die untere Konjunktion am Morgen des 7. Juni stattfinden. Dann
steht der absteigende Bahnknoten vor der Sonne und die Venus würde
zentral über die Sonnenscheibe wandern. Dasselbe würde bei einer unteren Konjunktion
am 9. Dezember eintreten, wenn der aufsteigende Bahnknoten vor der Sonne steht. In der Tat
folgen nach 105.5 Jahren auf die beiden Transite im absteigenden Knoten zwei Transite im
aufsteigenden Knoten: Am 11. Dezember 2117 und am 8. Dezember 2125. Danach wird es 121.5 Jahre daueren, bis
schliesslich am 11. Juni 2247 der erste zweier Transits im absteigenden Knoten stattfinden werden.
Da die Venusbahn nur wenig gegen die Erdbahn geneigt ist, genügt es, wenn der perfekte
Zeitpunkt nur +/- anderthalb Tage genau getroffen wird.
Für beide Bahnknoten findet in den Jahrhunderten um die Gegenwart
der erste Transit zu spät statt, jedoch noch nahe genug am perfekten Zeitpunkt, so dass die
Venus noch vor der Sonnenscheibe durchzieht, wenn auch die Sonnenmitte deutlich verfehlt
wird. Nach 8 Jahren findet eine weitere untere Konjunktion nur ca. 1.5
Tage vor dem idealen Zeitpunkt statt. Dies reicht noch, damit die Venus doch noch vor die Sonnenscheibe treten
kann, wiederum mit deutlichem Abstand von der Sonnenmitte.
Es bleibt noch zu bemerken, dass auch die Bahnknoten nicht fest im Raum stehen.
Die Knotenlinie der Venusbahn läuft einmal in 63'220 Jahren um die Sonne.
Im Laufe der Jahrhunderte verspätet sich deshalb der ideale Zeitpunkt für
Venustransits.
Wenn jedoch ein Transit nahezu zentral über die Sonnenmitte führt,
dann verfehlt bei der unteren Konjunktion 8 Jahre zuvor und 8 Jahre später
die Venus die Sonnenscheibe knapp. Die Transits treten nicht mehr paarweise auf. Deshalb fanden in der Antike deutlich
weniger Transits statt als im dritten Jahrtausend. Die Transits waren meist
fast zentral, dies bezahlte man damit, dass sie dafür seltener waren.
Zur Zeit lautet die Regel der zeitlichen Abstände zwischen Transits
der Venus (ab dem 1. Transit im absteigenden Knoten):
8, 105.5, 8, 121.5, 8, 105.5, 8, 121.5, 8,...
Diese Regel gilt von der Mitte des 2. Jahrtausends bis zum Ende des
3. Jahrtausends. Danach und davor findet ein Transit so nahe am idealen
Zeitpunkt statt, dass 8 Jahre zuvor und danach die Sonnenscheibe verfehlt wird.