Totale Sonnenfinsternis: Foto-Ausrüstung für Diafilm
Ich verwendete während der totalen Sonnenfinsternis vom 28 Februar
1998 auf Curaçao ein Blende 4, 70 - 210 mm Zoom mit einem 2x Telekonverter.
Das entsprach einer effektiven Brennweite von 420 mm bei Blende 8. Die neben der Sonne stehenden Planeten Jupiter und Merkur habe ich bei einer Brennweite von 140 mm fotografiert. Film: Ektar 200 Diafilm.
Zu den Bildern
Was ich gemacht habe:
Ich hatte folgende Mittel zur Verfügung:
- ein 70 - 210 mm f=4 Zoom-Teleobjektiv
- ein 2x Telekonverter ein 35 - 70 mm f=3.5 Zoom
- eine Kamera mit automatischem Filmtransport
- eine ältere Spiegelreflexkamera mit manuellem Filmtransport
- ein Stativ (nur ein Stativ, leider!)
Mein Plan war es, mit dem 210 mm Zoom + 2x Telekonverter und der Kamera
mit automatischen Filmtransport auf dem Stativ bei einer effektiven Brennweite
von 420 mm f=8 Bilder von der Korona auf Ektar 200 zumachen. Danach wollte
ich noch ein paar Bilder bei 140 mm ( = 2 x 70 mm) Brennweite machen, da
damit die beiden nahe bei der Sonne stehenden Planeten Jupiter und Merkur
noch mit auf das Bild passen würden. Das Zoomobjektiv erlaubte
eine sehr einfache Änderung der Brennweite. Mit der älteren Kamera
wollte ich mit 35 mm Brennweite den näherkommenden Schatten fotografieren.
Ich hatte auch vorher etwas geübt, wie es Jeffrey
R. Charles und Fred
Espenak empfehlen, was sich als sehr vorteilhaft erwiesen hat, denn
Zeit zum Überlegen bleibt während der totalen Sonnenfinsternis
keine. Nur deshalb konnte ich das ganze Programm durchziehen und hatte
erst noch Zeit, die Korona im Feldstecher zu bewundern.
Mit meiner Ausrüstung betrug die erreichbare Brennweite 420 mm
bei Blende 8. Die Sonne wurde dabei auf den Originalbilderen recht klein,
so dass ich Ausschnittsvergrösserungen anfertigen musste, um präsentationsfähige Resultate zu erhalten. Selbst bei perfekter Optik beträgt die Winkelauflösung bei 5 cm Objektivdurchmesser etwa 3 Bogensekunden, d.h. die Sonne hat maximal 600 aufgelöste Pixel im Durchmesser. In den oben gezeigten Bilder hat der Mond bzw. die Sonne etwa 350 Pixel Durchmesser, was knapp ausreichend ist, denn die Originaldias zeigen auch kaum mehr Details. Damit liegt die effektive Auflösung bei etwa 5 Bogensekunden. Die oben aufgeführte Ausrüstung stellt das absolute Minimum dar, wenn man brauchbare Aufnahmen der verfinsterten Sonne inkl. Chromosphäre, Diamantring etc. machen will. Für Protuberanzen reicht es nicht, sie werden, wie man oben sieht, nur als etwas längliche, rote Flecken abgebildet.
Würde man ein Teleobjektiv oder Teleskop von 10 cm Öffnung bei
Blende 10 (= 1000 mm Brennweite) verwenden, so kann man davon ausgehen,
dass die Sonne etwa 1000 aufgelöste Pixel im Durchmesser haben wird.
Damit kann man mit einer Belichtungsserie 1/2000, 1/1000 und 1/500 Sekunde auf ASA 200 Film schärfere
Aufnahmen der Chromosphäre, Protuberanzen und innersten Korona erhalten.
Weniger erfolgreich war der Versuch, den herankommenden Mondschatten
zu fotografieren. Die Lehre, die ich daraus ziehe:
- Weitwinkelobjektiv mit weniger als 30 mm Brennweite verwenden, am besten ein "Fischauge".
- Auch diese Art von Fotos muß mit Automatikkamera, Fernauslöser
und Stativ durchgeführt werden.