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Astro-Reisen zum Polarlicht und zur Sonnenfinsternis
Das Jahr 2007 verwöhnt uns betreffend Finsternisse nicht sonderlich, Von den beiden partiellen Sonnenfinsternissen am 19. März und 11. September 2007 ist vom deutschen Sprachraum aus nichts zu sehen und von den beiden totalen Mondfinsternissen ist lediglich diejenige in der Nacht vom 3. auf den 4. März 2007 in voller Länge zu beobachten. Die zweite Totalfinsternis am 28. August 2007 spielt sich um die Mittagszeit ab.
| Datum/Zeit | Ereignis | Maximum | Sichtbarkeit |
|---|---|---|---|
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Totale Mondfinsternis |
22:30 - 2:12 MEZ |
Europa, Afrika, Teile von Asien und Südamerika |
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Partielle Sonnenfinsternis, Maximale Grösse 88% |
0:38 Uhr bis 4:25 Uhr Weltzeit |
Asien, Alaska |
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Totale Mondfinsternis |
9:51 - 12:24 (global, Weltzeit) |
Pazifik, Australien, Japan, Teile von Nordamerika |
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Partielle Sonnenfinsternis, Maximale Grösse 80% |
10:26 - 14:37 Uhr Weltzeit |
Südamerika, Antarktis |
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Zeitlich optimaler könnte diese Mondfinsternis für uns Europäer kaum liegen; erstens spielt sie sich um Mitternacht ab, wenn der volle Mond den Kulminationspunkt passiert und zweitens über ein Wochenende, so dass man am darauf folgenden Sonntag nach durchwachter Nacht länger ausschlafen kann.
Die Mondfinsternis beginnt um 21:16 Uhr MEZ mit dem unauffälligen Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Vorderhand wird man auf der Mondscheibe keine Veränderung wahrnehmen können; der Halbschattenkegel ist in seinen äusseren Partien noch stark durch Sonnenlicht aufgehellt. Erst etwa eine Viertelstunde vor dem Kernschatteneintritt (ca. 22:15 Uhr MEZ) beginnt sich der südöstliche Mondrand etwas einzutrüben. Richtig spannend wird das lunare Schattenspiel aber mit dem Eintritt des Mondes in den wirklich dunklen Kernschatten der Erde um 22:30 Uhr MEZ. Der Helligkeitsunterschied zwischen den beiden Schatten ist jetzt markant; es wird eine deutliche Delle von links unten her sichtbar, die sich fortan über die Mondkugel ausbreitet und dem vollen Mond bald ein gespenstisches Anlitz verleiht. Die finsteren Partien erscheinen durch ein Fernglas oder Teleskop betrachtet wider Erwarten nicht einfach schwarz, sondern schimmern je nachdem in einem rötlichbraunen diffusen Schimmer. Durch die Erdatmosphäre gelangen nämlich vor allem die langwelligen Anteile des Sonnenlichtes, also Gelb, Orange und Rot am besten hindurch - dies ist auch die Erklärung, weshalb eine auf- oder untergehende Sonne meist orange oder gar rot erscheint - und werden in den an sich dunklen Kernschatten in sehr flachem Winkel abgelenkt. Die schwache "Schummerbeleuchtung" - der Vollmond ist, dort wo verfinstert nun bis zu 10'000-mal schwächer erhellt - lässt das Schauspiel der totalen Mondfinsternis zu einem farbenprächtigen Ereignis werden.
Wenn man während der Mondfinsternis auf unserem Nachbarn im All sitzen und Richtung Erde schauen würde, könnte man beobachten, wie das Tagesgestirn hinter der Neuerde verschwindet und sich um die dunkle Erdkugel herum ein rötlicher Lichtsaum, bilden würde; die sich vereinigende Morgen- und Abenddämmerung.
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Interessant wird es zehn Minuten vor Eintritt der Totalität
Eine Stunde nach Beginn der partiellen Phase wird der aufmerksame Beobachter bemerken, dass schon wesentlich mehr Sterne am Himmel funkeln, als noch vor der Finsternis. Um 23:30 Uhr MEZ ist nur noch eine schmale Lichtsichel des Vollmondes übrig und je näher die totale Phase rückt, desto schwächer wird die Beleuchtung der Landschaft. Auf einmal wähnt man sich inmitten einer sternklaren Neumondnacht; selbst die schwächeren Sterne und die Milchstrasse sind zu erkennen. Von 23:43.8 Uhr MEZ bis 00:58.0 Uhr MEZ empfängt der Märzvollmond kein direktes Sonnenlicht mehr, sondern kulminiert als roter Ball in den irdischen Dämmerungsfarben im Süden. Gegen die Finsternismitte hin, die um 00:20.9 Uhr MEZ ist, wird der Trabant noch leicht dunkler, ehe sein nordöstlicher Rand sich allmählich wieder etwas aufzuhellen beginnt.
Ab 1 Uhr läuft alles verkehrt herum ab
Kurz vor 1 Uhr MEZ (am 4. März 2007) geht im Bereich Sinus Roris - Herpalus - Mare Frigoris wieder die Sonne hinter der Erde auf; das totale Schauspiel ist vorüber. Fortan läuft die Mondfinsternis in umgekehrter Reihenfolge ab. Bis 02:11.7 Uhr MEZ dauert die zweite partielle Phase, ehe der Vollmond dann den zentralen Kernschatten verlässt. Für eine Weile ist dann noch im Bereich Mare Crisium - Mare Fecundidatis der rauchartige Schleier des inneren Erdhalbschattens erkennbar. Doch fast unbemerkt wird dieser schwächer und schon bald erinnert nichts mehr an das soeben zu Ende gegangene Naturschauspiel.
» Hier gibt es genauere Zeitangaben.
Diese, mit einem maximalen Bedeckungsgrad von 87% in Einheiten der scheinbaren Sonnengrösse, recht grosse partielle Sonnenfinsternis entgeht uns. Sie spielt sich im Osten von Asien ab, wobei der Mondhalbschatten in den frühen Morgenstunden westlich von Kalkutta in Indien erstmals die Erdoberfläche berührt. In Indien, Thailand und China schiebt sich der Neumond in den Morgen- und Vormittagsstunden vor die Sonne, während die Gebiete weiter nördlich, etwa die Mongolei, Russland und Japan das Schauspiel um die lokale Mittagszeit herum erwarten dürfen. Gegen Abend verlagert sich der Mondschatten nach Nordostsibirien und Alaska, wo er schliesslich in den Weltraum abhebt. Die global gesehen grösste Phase wird um 03:31.8 Uhr MEZ im Bereich des Ural erreicht. Es ist dies die 20. Sonnenfinsternis einer 71 Finsternisse umfassenden Reihe, die dem Saros 149 angehört.
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Recht zentral mit einer Grösse von 1.4815 in Einheiten des scheinbaren Monddurchmessers und einer Totalitätsdauer von anderthalb Stunden, verläuft die totale Mondfinsternis um die (europäische) Mittagszeit des 28. August 2007. Leider steht dann der Vollmond für den deutschen Sprachraum weit unter dem Horizont, womit uns diese Finsternis entgeht. Die Kernschattenphase dauert von 10.50.9 Uhr MESZ bis 14:23.8 Uhr MESZ, wovon der Trabant in der Zeit zwischen 11:52.0 Uhr MESZ und 13:22.7 Uhr MESZ vollkommen im Dunkeln steht.
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» Bei CalSKY gibt es genauere Zeitangaben.
Auch von der zweiten Sonnenfinsternis des Jahres, ebenfalls einer partiellen, bekommen wir in Mitteleuropa nichts zu sehen. Zu weit südlich spielt sich diesmal das Sonnenereignis ab. Das Finsternisgebiet schliesst Teile des südlichen Atlantiks, den Süden Lateinamerikas und Gebiete der Antarktis mit ein. Im Maximum (13:13.2 Uhr MESZ) werden knapp 75% der Sonnenscheibe durch den Neumond abgedeckt. Wie schon die Frühlings-Sonnenfinsternis ist auch der Saros 154 ein eher neuer Zyklus, handelt es sich doch erst um die sechste Sonnenfinsternis einer 71 Ereignisse zählenden Familie.
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