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Fotos und Beobachtungen der
Totalen Mondfinsternis vom 3./4. März 2007

Die Mondfinsternis 2007 bot für Tausende von Laien und Naturbewundereren ein spannendes Spätprogram für einen Samstagabend. Über weiten Gebieten Mitteleuropas lag zwar eine dichte Wolkendecke, aus der sich zeitweise sogar Schauer ergossen. Aber immer wieder öffneten sich auch Wolkenlücken und erlaubtem dem staunenden Publikum den Blick auf den verfinsterten Mond. Auf dieser Seite haben wir einige Reaktionen und wunderschöne Fotos von Besuchern von astronomie.info zusammengetragen.

Dieses Foto zeigt den total verfinsterten Mond um Mitternacht vom 3.3.2007. Canon EOS350D bei ISO 800 an einem 12" Schmidt-Cassegrain Teleskope bei F/5. 16 Bilder mit jeweils 1 Sekunden Belichtungszeit wurden mit Giotto kombiniert und leicht geschärft. Foto: Eduardo Ciliendo.

Mondtreff im Wallis

Sternbilder werden mit grünem Laser erklärt. Foto: Abaecherli.

Allen Pessimisten zum Trotz: nach einem regenreichen Tag riss gegen 20 Uhr die Wolkendecke langsam auf - um 22:00 waren die Bedingungen hier in Visp im Wallis beinahe perfekt - zur gleichen Zeit meldeten die Kollegen auf dem Simplonpass Sturm… So wurden ein Quantum 6 Mak, ein Fluorit Apo, ein 20x60 Feldstecher auf AYO Montierung, eine Informationstafel sowie ein Tisch mit Tee, Kaffee und Kuchen hinter der alten Turnhalle in Visp aufgestellt (Bild) und Punkt 22:30 Uhr kamen auch die ersten Besucher, um den Beginn der ersten partielle Phase nicht zu verpassen. Nach und nach kamen immer mehr Besucher, so dass am Schluss etwa 50 Personen auf dem Platz waren, darunter rund 10 Kinder. Erstaunlicherweise blieben die meisten sehr lang und geniessen die perfekte Sicht, die Erklärungen, und eine heisses Getränk mit etwas Süssem dazu.

Teleskoppark. Foto: Claudio Abaecherli.

Nach Beginn der Totalität, als laufend deutlich mehr Sternen am Himmel erschienen, wurden mit dem grünen Laser die Sternbilder gezeigt, dann wurde Saturn im Okular zentriert. Unzählige "aahs" und "oohs" zeigten einmal mehr, dass der Ringplanet ein Publikumsmagnet ist! Danach lichteten sich die Reihen, bis auf einem harten Kern. So konnten wir ab Ende der Totalität doch noch ein paar Bilder aufnehmen. Alle Bilder wurden mit einem Quantum 6 Maksutov Cassegrain 6" f/17.6 Teleskop mit einer Canon EOS 350 Kamera bis ISO 400 aufgenommen, ohne Nachbearbeitung konvertiert und auf 20% verkleinert.

Dieser Anlass war der gelungene Auftakt zu den Veranstaltungen zum 25-Jahr-Jubiläum der Astronomischen Gesellschaft Oberwallis AGO.

Claudio Abaecherli

Letzte Sekunden der Totalität am 4.3.2007, 00:59 Uhr. Belichtung 3.2 Sek. Foto: Claudio Abaecherli.
Anfang 2. Partielle Phase um 01:02 Uhr. Belichtung 3 Sek. Foto: Claudio Abaecherli.
Mitte der 2. partiellen Phase um 01:30. Belichtung 2.5 Sek. Foto: Claudio Abaecherli.
Letzte Minuten der 2. partiellen Phase um 02:15. Belichtung 1/160 Sek. Foto: Claudio Abaecherli.
Da ich ohne Nachführung auskommen musste gelangen die "orangen Finsternisfotos" leider nicht, die Belichtungszeit musste entsprechend nach oben korrigiert werden. Foto zu Beginn des Eintritts in den Kernschatten. Foto: Peter Heinzen.
Foto beim Austritt aus den Kernschatten. Foto: Peter Heinzen.

Die Schauer-Finsternis

Bei mir in Neuenkirch-Luzern war es da ganz anders: Die ganze Zeit über dichte Wolken. Ich habe entschlossen, die ganze Nacht draussen zu sein um auf eine Wolkenlücke zu warten. Als ich die Beobachtung um ca. 22:30 Uhr begann, sah es mit dem Wetter ziemlich gut aus. Also stellte ich meine HEQ5-Montierung mit dem 90/500mm TS Refraktor und der EOS 300D Kamera auf. Ein grosser Fehler, denn nur ein paar Minuten später kam schon der Regen... Meine Ausrüstung hat es aber zum Glück nicht erwischt, da ich in letzter Sekunde meine grosse Jacke über das Teleskop und die Montierung legte. Dafür stand ich selber im Regen... Der Schauer hielt aber nicht lange an und kurze Zeit später war es auch schon wieder trocken.

Ich wurde aber auch belohnt, denn kurz vor Mitternacht kam das Mondlicht - für ein paar Sekunden nur zwar - durch eine Wolkenlücke durch. Da konnte ich den Mond fotografieren. Es reichte gerade mal für zwei Fotos, da zog es auch schon wieder zu... für den Rest der Nacht.

Dennis B. Marton

Luzern Bahnhof, Vollmond um 21:30 Uhr. 18mm Brennweite, 1/4sec bei ISO 1600. Freihand. Foto: Dennis B. Marton.
22:46 Uhr. 500mm Brennweite, 1/160sec bei ISO 200. Freihand durch einen TS Refraktor. Foto: Dennis B. Marton.
23:57 Uhr. 1000mm Brennweite, 4.5sec bei ISO 400. TS Refraktor mit 2x Barlow auf einer HEQ5-Montierung. Foto: Dennis B. Marton.

Die Finsternisjäger

Mit einem Astrokollegen war ich schnell einig, dass wir die günstig gelegene MoFi ausnützen und mit der Jugendgruppe und weiteren Interessierten beobachten wollten. In den Tagen vor der Finsternis zeigte sich von der meteorologischen Seite her, dass es äusserst knapp werden könnte. Sollten sich Regen und Wolken rechtzeitig verziehen und wir einen freien Blick auf den verfinsterten Mond werfen dürfen?

Am Samstag regnete es natürlich, doch die Wettermodelle zeigten, dass es gegen Mitternacht aufklaren könnte. So beschlossen wir, uns um 21.00 Uhr auf der Autobahnraststätte Neuenkirch zu treffen. Es war bedeckt, gab einige kleine Lücken, durch die der Mond zwischendurch sichtbar war. Wir beschlossen von den Voralpen wegzufahren ins Gebiet Beromünster. Kaum dort angekommen zog von Westen nochmals ein heftiger Schauer mit Sturm auf. Wir verzogen uns ins nahe gelegene Restaurant, und schauten uns den Regenradar an; es sollte kein Niederschlag mehr nachkommen! Zu dieser Zeit lief die Halbschattenfinsternis bereits und die partielle Phase stand unmittelbar bevor. So blieben wir auf dem Parkplatz beim Restaurant, da dort bessere Verhältnisse zum Aufstellen der Geräte waren (keine Gefahr mit den Autos im Dreck hängen zu bleiben...).

Den partiellen Teil sah unsere Gruppe nur durch absolut kleine Wolkenlücken. Die Zeit verstrich und die Totalität war angebrochen. Doch innert Minuten klarte es vollkommen auf und wir konnten den 2. Teil der Totalität geniessen. Ein schwacher Mond, mit Sternen daneben, zeigte sich in roten Farbtönen. In dieser Zeit konnte durch die mitgebrachten Teleskope und Ferngläser der Mond gut beobachtet werden. Bis weit nach Ende der Totalität war es klar. Erst als die meisten von uns schon am Abbau waren, begannen von Westen her nochmals Wolken aufzuziehen.

Das Fokussieren gestaltete sich beim nur noch schwach leuchtenden Mond als schwierig, da der partielle Teil und der Beginn der Totalität durch Wolken verborgen blieb. Doch ich kann mit dem Ergebnis eigentlich zufrieden sein.

Es war also doch noch gut ausgegangen, wir konnten wieder einmal eine totale Mondfinsternis (wenn auch nur teilweise) sehen und geniessen. Wer wegen des Regens oder Wolken diese Finsternis verpasste hat am 21. Februar 2008 die nächste Chance.

Markus Burch

Partiellen Phase. Foto: Jörg Lang.
Nikon D-200 an Celestron C8 mit Focal Reducer, Blende 6.3, 5 Sekunden, ISO 400. Aufnahmezeitpunkt 00:46:56 Uhr Foto: Markus Burch.
Roland Stalder, Gruppe der Astronomischen Gesellschaft Luzern AGL auf dem Parkplatz des Restaurant Chommle beim Landessender Foto: Roland Stalder.

Weitere Fotos

Sequenz der Mondfinsternis. Fotografiert von der Sternwarte Bülach, nördlich von Zürich. Foto: Thomas Baer.
Einzelaufnahme vom 4. März 2007 um 00.02 Uhr MEZ durch ein Borg ED 125 Teleskop mit f/6.4. Belichtet 3 Sekunden mit Nikon D70 bei 200 ASA. Bearbeitet mit RegiStax + Photoshop 7. Foto: Josef Cukas.


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11.03.2007 19:07 Uhr, Arnold Barmettler

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