|
||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
[Übersicht | Mitteleuropa | Westafrika | Nordafrika | Türkei | Asien]
| Zwei Exklusivitäten am Rander der Sonnenkorona |
![]() ©A. Barmettler, CalSKY.com und Google Earth. |
Für die meisten Finsternisreisenden wird die Türkei das bevorzugte Ziel sein. über der Türkei ist der Kernschatten gut 160 km breit. Er ist somit etwa doppelt so breit wie bei der Finsternis von 1999. Danach überquert er die Türkei mit Kurs Nordost und zieht bei Ordu auf das Schwarze Meer hinaus. Zur überquerung der Türkei benötigt er gerade mal 16 Minuten bei einer Geschwindigkeit von ca. Mach 2.5. Die astronomischen Bedingungen ändern nur wenig, die meteorologischen Chancen werden jedoch gegen das Schwarze Meer hin schlechter. Ausserhalb des etwa 160–170 km breiten Streifens ist die Finsternis nicht total. So wird beispielsweise die türkische Hauptstadt Ankara verfehlt. Es bleibt dort eine schmale Sonnensichel übrig.
| Mittwoch 29. März 2006, Manavgat (Türkei) Zeiten in Lokalzeit Osteuropäischer Sommerzeit EEST (UTC+3 Stunden, MESZ+1 Stunde) |
||
| Zeit EEST | Anblick | Beschreibung |
| 12h38m28.8s |
![]() |
Partielle Sonnenfinsternis beginnt Positionswinkel=227.0deg Höhe=56.6°
Vertikal-Positionswinkel=234.5deg |
| 13h55m03.9s | ![]() |
Kernschattenfinsternis beginnt Positionswinkel=231.6deg Höhe=54.6°
Vertikal-Positionswinkel=212.1deg |
| 13h56m58.4s | ![]() |
Maximale Finsternis: Total Sonnenfinsternis Grösse=105.015%, Abdeckung=100.000%
Höhe=54.4deg
Dauer der partiellen Phase=2.59h Dauer der totalen Phase=3.81min (berechnet mit ET-UT=65.6sec) |
| 13h58m52.6s | ![]() |
Kernschattenfinsternis endet Positionswinkel=43.7deg
Höhe=54.3deg
Vertikal-Positionswinkel=23.0deg |
| 15h13m39.9s | ![]() |
Partielle Sonnenfinsternis endet Positionswinkel=48.9deg
Höhe=44.9deg
Vertikal-Positionswinkel=10.2deg |
Von besonderem Interesse dürfte die Badetouristenregion um Antalya sein, wo der Kernschatten vom Mittelmeer her kommend auf das Festland trifft. Hier wird die Chance, die Finsternis bei klarem Himmel zu sehen, mit 60% angegeben. Gegen Schlechtwetter von Nordwesten ist die Region durch ein hohes Gebirge geschützt.
![]() |
Stellen wir uns vor, dass wir entlang der Küste von Westen nach Osten fahren. Wir beginnen bei Fethiye, das noch knapp ausserhalb des Finsternispfades liegt. Dort wird auch zum Höhepunkt der Finsternis etwas Sonne übrig bleiben. Wir fahren entlang der D400 Richtung Osten. Die Grenze zum Finsternispfad erreichen wir bei etwa bei dem Dorf Kinikli. Am Rand der Kernschattenzone können Diamantring- und Perlschnureffekte besonders dramatisch auftreten. Für einige Sekunden kommt Sonnenlicht immer wieder durch andere Mondtäler. Jedoch ist die Sonnenkorona gar nicht oder nur kurz zu sehen.
Eine Weiterfahrt um einige Kilometer vergrössert die Dauer der Totalität rasch. Bereits im 15 km entfernten Küstendorf Kalkan wird man 2 Minuten Totalität erleben. In der nächsten grösseren Ortschaft, Kas, sind es bereits drei Minuten. Vor der Küste von Kas liegt auf einer Insel die griechische Ortschaft Megisti. Sie ist der einzige Ort in Griechenland der eine totale Sonnenfinsternis erleben wird. Wie Kas wird sie etwa 3 Minuten Totalität erleben. Der Vorteil hier noch eher am Rand der Totalitätszone ist, dass Diamantringeffekt und die Bewegung des Mondschattens in der Landschaft sich besser verfolgen lassen. Der Nachteil: Auf der Zentrallinie dauert die Totalität 45 Sekunden länger. Etwa bei Kumluca gibt es eine Landspitze, die fast die Zentrallinie erreicht. Die Küstenstrasse schneidet diese Landzunge jedoch ab. Bei klarem Wetter könnte dieser vorgelagerte Beobachtungsposten ein phantastisches Finsterniserlebnis bieten, besonders wenn man sowohl auf das Meer Richtung Südwesten und die Küste Richtung Nordosten sieht. Die ist allerdings 100 km entfernt!
Die Hauptstrasse verläuft nun parallel zur Zentrallinie so dass man bis Antalya immer gut drei Minuten Totalität hat. Um die Zentrallinie zu erreichen muss man weiter der Küste folgen. Erst ein paar Kilometer vor Manavgat erreicht man die Linie der maximalen Finsternisdauer. Dort wird man 3 Minuten 45 Sekunden Zeit haben, Protuberanzen und die Korona zu bewundern. Noch weiter östlich verlässt man die drei Minuten-Zone bei Alanya. Bei der nächsten grösseren Ortschaft, Demirtas, hat man den Bereich der totalen Sonnenfinsternis bereits beinahe verlassen. Nur noch eine Minute Totalität wird man dort um 13.57 Uhr erleben. Noch weiter östlich gelegene Orte an der Küste erleben keine totale Sonnenfinsternis.
Der Golf von Antalya ist bei manchen Wetterlagen etwas geschützt. So das hier die Chancen besser stehen als an anderen Orten.
|
Weiter entlang des Finsternispfades sind die Stadt Konya und das Ostufer des Tuz-Sees ebenfalls fast auf der Zentrallinie. Eine Besonderheit sind die Städte Amasya, Tural, Artova, Tokat und Sivas. Diese Region wurde bereits am 11. August 1999 vom Kernschatten des Mondes getroffen und erlebt nun nach nur 7 Jahren die zweite totale Sonnenfinsternis. Andere Orte müssen Jahrhunderte warten, bis wieder eine totale Sonnenfinsternis eintritt. Die Chance, die Finsternis zu sehen, ist jedoch schlechter als im August. Die Chance, die Finsternis in Sivas bei klarem Himmel zu erleben beträgt nur 38%.
An der Schwarzmeerküste liegt der Abschnitt zwischen Terme über Ordi (Zentrallinie) bis nach Trabzon im Bereich der Totalität. Die Chance hier Ende März einen klaren Tag zu erwischen, stehen nicht besonders gut.
Am einfachsten schliessen Sie sich einer organisierten Reisegruppe an. Auf diese Weise haben Sie auch Zugang zu eher abgelegenen Regionen, welche aber für die Beobachtung der Finsternis optimal gelegen sind. Wir bieten Ihnen gemeinsam mit unseren Reiseagenturen zahlreiche Reisen an, sowohl Kurz- bis Kürzestreisen, wie auch längere Rundreisen, die auch dem Kulturinteressierten entgegen kommen. Für den Laien, der zum ersten Mal das eindrückliche Erlebnis einer totale Sonnenfinsternis erleben möchte, bietet sich auch eine Reise mit astronomischer Reisebegleitung an.
| PDF-Infoblatt |
![]() |
In Google Earth ladbare Finsternispfade
SicherheitWARNUNG: Das Starren in die Sonne kann zu Augenschäden führen. Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument (Ferngläser, Fernrohre, etc.) WIRD IN SEKUNDENBRUCHTEILEN ZUR ERBLINDUNG FUEHREN! Dies gilt auch, wenn die Sonne durch den Mond teilweise verdeckt wird. |
|
|||||||||||
|
|||||||||||