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Samstag, 31. Mai 2003, die Sonne geht als Sichel auf

Verlauf der Finsteris für Berlin
Verlauf der Finsternis für Berlin
© A. Barmettler, CalSKY. Berechnen Sie einen Finsternisbanner für Ihren Wohnort (wie alle Grafiken auf diesen Websites nur für privaten Gebrauch).
Globale Sichtbarkeit der Finsternis
Die globale Sichtbarkeit der Finsternis: rötlich. Ringförmig im roten Bereich. A. Barmettler, CalSKY.

Am 31. Mai streift die Verbindungslinie Sonne – Mond die Erde bei Island. Der Mond befindet sich jedoch in den erdfernsten Teilen seiner Bahn. Er kann deshalb die Sonne nicht vollständig bedecken. Von Grönland über Island bis an die Küste Schottlands wird man bei sehr tiefem Sonnenstand eine ringförmige Sonnenfinsternis sehen. Am höchsten steht die Sonne an der Ostküste Grönlands. Dort wird die nicht konzentrische ringförmige Finsternis etwa eine Handbreit über dem Horizont zu sehen sein. Deutschland erlebt bei Sonnenaufgang eine tiefe partielle Sonnenfinsternis.

 
Verlauf der ringförmigen Sonnenfinsternis vom 31. Mai 2003 über Westeuropa.

Island wäre touristisch problemlos erreichbar. Dort führt auch die Zentrallinie (der Ort, wo Sonne und Mond genau hintereinander stehen) über festes Land. Die Sonne steht dabei  kaum zwei Finger breit über dem Horizont. Bei dem in Island oft nicht unerheblich bewölkten Himmel ist es sehr unwahrscheinlich, die ringförmig verfinsterte Sonne zu sehen. Eine Finsternisreise lohnt unter diesen Umständen wenig.

Den Verlauf der Finsternis hat Antonius Rabsch von Berlin aus fotografiert.
Den Verlauf der Finsternis über Berlin, fotografiert von A. Rabsch. Von oben links nach rechts: 4:50 MESZ, 5:00, 5:05. Von unten links nach rechts: 05:10 MESZ, 05:15, 05:20, 05:25.

Der deutsche Sprachraum befindet sich bei Sonnenaufgang sehr tief im Halbschatten des Mondes. Die Sonne geht deshalb als recht dünne Sichel auf, die im Verlauf des Morgens immer dicker wird. Wenn die meisten Leute zur Arbeit gehen, ist die Sonnenfinsternis bereits vorbei sein.


 
Tabelle der Kontaktzeiten
Tabelle: Verlauf der Finsternis für verschiedene Orte. Mag: Abdeckung des Sonnendurchmessers in Prozent. h = Höhe der Sonne zum Maximum der Finsternis. Obsc = Durch den Mond abgedeckte Fläche der Sonnenscheibe zum Maximum der Finsternis. Berechnungen nach A. Barmettler, CalSKY.com. Dort finden Sie auch lokale Berechnungen für beliebige Orte der Erde.

Für Süddeutschland, die Schweiz und Teile Österreichs wird man verschiedene Angaben zur maximalen Bedeckung der Sonne finden, da in diesen Gebieten die maximale Bedeckung (maximale partielle Phase) der Sonne durch den Mond bereits vor Sonnenaufgang stattfindet. Deshalb fallen maximal beobachtbare partielle Finsternis und Sonnenaufgang zusammen. Das Problem liegt darin, dass der Sonnenaufgang nicht immer gleich definiert wird. Bei grossräumigen Finsternisrechnungen wird der Sonnenaufgang gleich einer geometrischen Sonnenhöhe von null Grad gesetzt. Dies ist aber nicht der Beobachtung angepasst. Die Atmosphäre beugt das Licht etwas, so dass wir die Sonne noch sehen können, wenn die geometrische Verbindungslinie Sonne – Beobachter bereits durch festen Boden geht. Der tatsächlich beobachtete Sonnenaufgang findet somit etwas früher und der Untergang etwas später statt. Deshalb wird nach internationaler Übereinkunft der Sonnenaufgang als der  Zeitpunkt definiert, zu dem die Sonne geometrisch noch 50 Bogenminuten unter dem Horizont ist.

Für Zürich bedeutet dies beispielsweise, dass die Angaben der maximalen Verfinsterung doch erheblich variieren können. Für viele Teile Deutschlands spielt es jedoch keine Rolle, da die maximale Verfinsterung erst kurz nach Sonnenaufgang erreicht wird, egal wie man rechnet. Die Werte für die maximale Verfinsterung werden beim Vergleich verschiedener Quellen kaum voneinander abweichen.

Die Diskussion ist auch nicht ganz praxisnah. Wer einen hohen Berg Richtung Nordosten vor dem Haus hat, wird die Finsternis verpassen. Andererseits kann man von einnoch weiter unter den Horizont sehen.

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21.12.2006 00:00 Uhr, Arnold Barmettler

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