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Nach den traditionellen Regeln der Kalenderrechnung beginnt das neue Jahrtausend mit dem 1.1.2001 und endet am 31.12.3000. Schon wenige Tage nach Beginn des neuen Jahrtausends findet die erste Finsternis statt. Am Abend des 9. Januar 2001 taucht der Vollmond vollständig in den Kernschatten der Erde ein. Das Ereignis wird von Europa, Afrika und Asien aus beobachtbar sein.
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Fig. 1: Verlauf der Mondfinsternis vom 9. Januar 2001: Die Simulationen von CalSky zeigen den Anblick des Mondes um 20 Uhr, 20 Uhr 30, 21 Uhr 20, 22 Uhr und 23 Uhr. |
Bei der letzten totalen Mondfinsternis im Juli 2000 war Amerika dem Mond zugewandt. Das Ereignis war für Europa unbeobachtbar. Die letzte von Europa aus beobachtbare totale Mondfinsternis fand am frühen Morgen des 21. Januar 2000 statt. Deshalb wurde diese Finsternis von vielen verschlafen. Die Finsternis vom findet hingegen zwischen 19 Uhr 42 und 23 Uhr statt und kann, wenn das Wetter mitspielt, von vielen in voller Länge beobachtet werden, ohne dass sie auf den Schlaf verzichten müssten.
Beginn der Finsternis
Wenn zum ersten Mal für einen Punkt auf der Mondoberfläche die Sonne hinter der Erde zu verschwinden beginnt, berührt der Mond den Halbschatten der Erde von aussen. Für einen Beobachter auf der Erde bleibt dieses Ereignis unauffällig. Erst wenn der Mond schon fast ganz in den Halbschatten getaucht ist, bemerkt man eine leichte Verfärbung einer Mondseite. Dies wird am 9. Januar etwa um 19 Uhr 30 der Fall sein. Somit sollte man etwa zu diesem Zeitpunkt zum erstem Mal einen Blick zum noch relativ tief im Nordosten stehenden Mond werfen. Die leicht rötlich verfärbte Zone findet man (für einen Beobachter in Europa) gewissermassen unten auf der Mondscheibe. In den folgenden Minuten wird nun die rötlich verfärbte Zone immer deutlicher.
Die partielle Phase ab 19 Uhr 42
Um 19 Uhr 42 berührt der Mond den Kernschatten von aussen. Ein im Vergleich zur bisher beobachteten leichten rötlichen Verfärbung sehr dunkler Schatten beginnt nun den Mond langsam von unten links her kommend zu verschlucken. Schon um 19 Uhr 45 ist das fehlende Stück im Mond unübersehbar. Obwohl sich der Mond mit einem Kilometer pro Sekunde (3600 km/h) auf seiner Bahn um die Erde bewegt, scheint sich der Kernschattenrand nur langsam über den Mond zu bewegen. Die in den Erdschatten geratenden Gebiete des Mondes verschwinden nicht vollständig. Sie bleiben in einem schwachen kupferfarbenen Licht sichtbar. Wenn nach 20 Uhr 30 nur noch wenig vom Vollmond im Sonnenlicht verblieben ist, bemerkt man, dass immer mehr Sterne sichtbar werden. Der Vollmond kann den Himmel immer weniger erhellen.
Die totale Mondfinsternis
Ein paar Sekunden nach 20 Uhr 49 verschwindet der letzte Mondberg am "oberen Rand" des Mondes im Schatten der Erde. Die totale Mondfinsternis hat begonnen. Der Vollmond bleibt in einem schwachen, rötlichen Licht zurück. Dieses Licht stammt von Bereich der Erde, wo gerade der Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang stattfindet. Bei dieser totalen Mondfinsternis zieht der Mond nördlich am Zentrum des Erdschattens vorbei. Das bedeutet, dass der Norden des Mondes auch zur Mitte der totalen Finsternis um 21 Uhr 20 deutlich heller sein wird als die der dunklen Schattenmitte näher liegende Südhalbkugel. Die leicht hellere Zone wandert von Nordwesten nach Südosten (oben links nach unten rechts, für Europa).
Das Ende der Mondfinsternis
Knapp vor 21 Uhr 51 beginnt der Mond den Kernschatten wieder zu verlassen. Die totale Mondfinsternis endet. Eine kleine helle Sichel bildet sich am Westrand der Mondscheibe und wird langsam grösser. Wiederum dauert es eine gute Stunde bis der Mond den Kernschatten vollständig verlassen hat. Um 22 Uhr 59 endet die zweite partielle Phase der Finsternis. Wenn man von der kaum auffälligen, eine weitere Stunde dauernden Halbschattenphase absieht, endet die ganze Mondfinsternis um Mitternacht.
Sollte das Wetter bei der ersten Finsternis des 3. Jahrtausends nicht mitspielen, trösten Sie sich damit, dass es noch Tausende von Finsternissen zwischen dieser Finsternis und der letzten Finsternis des dritten Jahrtausends am frühen Morgen des 4. November 3000 geben wird.
Roland Brodbeck
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Datum |
Partiell ab |
Total ab |
Mitte |
Grösse |
Total bis |
Partiell bis |
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19:42:04 |
20:49:32 |
21:20:34 |
1.195 |
21:51:36 |
22:59:05 |
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03:02:46 |
04:13:43 |
04:40:05 |
1.134 |
05:06:26 |
06:17:24 |
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00:32:27 |
02:06:14 |
02:18:29 |
1.022 |
02:30:43 |
04:04:30 |
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19:48:11 |
20:51:57 |
21:30:06 |
1.309 |
22:08:17 |
23:12:04 |
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02:14:19 |
03:23:21 |
04:04:00 |
1.313 |
04:44:37 |
05:53:38 |
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19:04:56 |
- |
19:51:12 |
0.189 |
- |
20:37:31 |
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22:29:53 |
23:43:38 |
00:20:45 |
1.237 |
00:57:50 |
02:11:35 |
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02:42:49 |
04:00:24 |
04:25:54 |
1.111 |
04:51:21 |
06:08:55 |
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20:35:33 |
- |
22:09:57 |
0.813 |
- |
23:44:27 |
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19:51:27 |
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20:22:30 |
0.082 |
- |
20:53:02 |
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Tabelle der nächsten 10 vom deutschen Sprachraum aus mindestens zur Hälfte beobachtbaren Mondfinsternisse. Alle Zeitangaben sind in MEZ. Während der Sommerzeit muss deshalb eine Stunde hinzu addiert werden. Halbschattenfinsternisse werden nicht erwähnt. |
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