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Am 26. Februar 1998 fand die letzte totale Sonnenfinsternis vor "unserer" statt. Astro!nfo Moderator Roland Brodbeck war vor Ort und konnte mit einer sehr einfachen Fotoausrüstung ein paar Photos schiessen, die zur Planung der 1999-Finsternis nützlich sind.
Als mein erster Versuch habe ich mit einem 420 mm Teleobjektiv, Blende 8, eine Belichtungsserie kurz nach dem 2. Kontakt durchgeführt. Sie kann zur Planung eigener Aufnahmenserien verwendet werden. Die Bilder wurden mit Bildverarbeitungssoftware behutsam nachbearbeitet.
| Partielle Phase der Sonnenfinsternis, etwa 10 Minuten bevor die Sonne
vollständig hinter dem Mond verschwand. Belichtungszeit 1/250 Sekunde auf Ektar 200 Diafilm, Blende 8 und 2x Rettungsdeckenfolie. |
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| Noch 2 Minuten bis zur totalen Phase. Belichtungszeit 1/250 Sekunde auf Ektar 200 Diafilm, Blende 8 und 2x Retungsdeckenfolie. Das Bild ist etwas dunkler als das vorherige, da die Helligkeeit der Sonnenoberfläche die Photosphäre, gegen den Sonnenrand hin dunkler erscheint. |
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| Ein paar Sekunden von dem 2. Kontakt: Der 2. Kontakt ist der Beginn
der totalen Phase der Sonnenfinsternis. Die Sonnensichel schrumpfte rasch
zusammen. Nur ein kleiner Bogen ist übrig geblieben, der aber noch
gleissend hell ist, während die dunkle Mondscheibe vor der inneren
Korona bereits erkennbar ist . Belichtungszeit: 1/500 Sekunde auf Ektar 200 Diafilm, Blende 8. |
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| Eine Sekunde nach der ersten Aufnahme. 1/1000 Sekunde Belichtungszeit. | |
| Der letzte Lichtbogen hält sich hartnäckig. 1/1000s auf Ektar 200, Blende 8 | |
| Noch eine Sekunde später. Der Lichtbogen zerfällt in einzelne
Teile. Es handelt sich dabei um besonders tiefe Einschnitte im Mondrand,
durch die die Photosphäre noch zu sehen ist. 1/1000s auf Ektar 200, Blende 8. |
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| Wahrer 2. Kontakt: Die Sonne verschwindet vollständig hinter dem Mond. Der theoretische, d.h. für ein vollkommen kugelförmigen Mond berechnete 2. Kontakt findet in der Regel ein paar Sekunden früher oder später statt. Während der letzte Punkt der Photosphäre verschwindet, bildet die im roten Licht des atomaren Wasserstoffs leuchtende, über der Photosphäre liegende Chromosphäre einen schönen Bogen. Wiederum 1/1000s auf Ektar 200, Blende 8 | |
| Wieder eine Sekunde später. 1/1000s auf Ektar 200, Blende 8 | |
| Ein paar Sekunden nach dem 2. Kontakt. Auf der nun 1/500s auf Ektar 200 belichteten Aufnahme zeigt sich nun die innere Korona mit ein paar Details. Am im Bild oberen Mondrand ist eine Protuberanz zu sehen. Sie muss wohl einige 10'000 km über die Sonnenoberfläche (Photosphäre) hinaus reichen. Für sie scheint 1/500 Sekunde (Blende 8, 200 ASA) die optimale Belichtungszeit zu sein. Die Chromosphäre wirkt aber bereits leicht überbelichtet. | |
| 1/250s auf Ektar 200, Blende 8. Die innere Korona wird nun gut abgebildet, die Chromosphäre und die Protuberanz sind nun überbelichtet. |
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| 1/125s auf Ektar 200, Blende 8 | |
| 1/60s auf Ektar 200, Blende 8. Je länger die Belichtungszeit ist, desto weiter von der Sonnenoberfläche entferntere Bereiche der Korona werden abgebildet. |
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| 1/15s auf Ektar 200 Die blaue Farbe kommt vom nicht völlig dunken Himmel. |
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| 1/4 Sekunde auf Ektar 200, Blende 8. | |
| Die längste Belichtung in dieser Serie betrug 1 Sekunde auf Ektar 200. Bis in über 2 Millionen km Höhe über der Photosphäre lassen sich noch Ausläufer der Korona erkennen. | |
| Dieses Dia zeigt Merkur (links) und Jupiter (unten) neben der total verfinsterten Sonne. Dieses Bild wurde eine Sekunde auf Ektar 200 bei Blende 8 (?) und 140 mm Brennweite belichtet. Es gibt auch gut die tief blaue Farbe des Himmels während der Totalität wieder, die während der totalen Sonnenfinsternis für die ganz spezielle Stimmung sorgt. Am 11. August 1999 befindet sich leider kein heller Stern oder Planet so nahe bei der Sonne, als dass man eine vergleichbare Aufnahme machen könnte. Man wird mit einem 35 mm Objetiv arbeiten müssen um Merkur und Venus neben der, auf dem Negativ im Vergleich zu nebenstehender Aufnahme 4x kleineren Sonne mit auf das Bild zu kriegen (Karte). | |
| Etwa zehn Sekunden nach dem dritten Kontakt. Der Rand des Kernschattens hat sich etwa 5 km entfernt. Die Korona wird wieder vom Sonnenlicht überstrahlt. Damit ist die totale Phase der Sonnenfinsternis definitiv zu Ende. 1/8 Sekunde auf Ektar 200 bei Blende 8 und wieder 420 mm Brennweite. Beachten Sie, dass man zu diesem Zeitpunkt das Auge bereits wieder vor der grellen Sonnensichel schützen muss. Diese Aufnahme illustriert, dass nur wenige km ausserhalb des Streifens der totalen Finsternis nichts mehr von der Korona beobachtet werden kann. Nur innerhalb dieses exklusiven Streifens erleben Sie wirklich eine totale Sonnenfinsternis. |
Alle Bilder © R. Brodbeck, keine komerzielle Verwendung ohne schriftliches Einverständnins erlaubt.
Südhorizont während der Totalität.
Hilfsmittel zur Analyse: Mondanblick 2. Kontakt und Mondanblick 3. Kontakt
In der Astrofotografie ist (oder war?) die Dunkelkammerarbeit genau so wichtig, wie das Fotografieren selbst. Auch bei der totaln Sonnenfinsternis ist das nicht anders. Im modernen Computerzeitalter kann diese Arbeit (teilweise?) auch durch Bildverarbeitung am Computer ersetzt werden. Da ich kein eigenes Fotolabor habe, ist das die einzige Möglichkeit, die mir zur Verfügung steht. Ich habe die Bilder wie folgt bearbeitet: Alle Aufnahmen mit einer Belichtungszeit kürzer als 1/125 Sekunde habe ich die Graustufen von linear, wie sie vom Scanner kommen, auf eher exponentiell umgerechnet (Fachbegriff "Curves"). Bei allen Aufnahmen verwendete ich einen leichten Scharfzeichnungsfilter. Mit Hilfe dieser einfachen Grundfunktionen der digitalen Bildanalyse konnten mehr Details sichtbar gemacht werden, ohne das Bild zu verfälschen.
=> Hier habe ich ein paar Tips zur Fotografie zusammengestellt.
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